Endlich Pensionär! Stressfreier Beginn des Ruhestandes? Ein Erfahrungsbericht!

Seit Beginn des neuen Jahres bin ich wohlverdienter Pensionär. Jahrelang habe ich alles für den Dienstherren gegeben, jetzt ist es an der Zeit, etwas ruhiger zu treten. Mit der (Oberfinanzdirektion) OFD war alles geklärt, damit ich auch mein Ruhegehalt bekomme.

Frohen Mutes ging ich am 01.01.2015 zu meiner Bank, um mir meine Tantiemen abzuholen, da Rechnungen zu begleichen sind und das Leben auch nach dem aktiven Dienst weitergeht.

Doch was ist das? Auf meinem Konto sind keine Pensionsbezüge eingegangen. Was ist da passiert?

Ich bin also unverrichteter Dinge wieder nach Hause und habe bei der OFD nachgefragt, was passiert sein könnte. Die Bearbeiterin hat mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr im System erfasst bin, und somit auch keine Bezüge bekommen kann. Meine kompletten Daten wurden beim Eintritt in den Ruhestand gelöscht. Das (Bundesverwaltungsamt)BVA hat es nicht geschafft, meine Besoldungsunterlagen an die OFD zu übermitteln. Somit konnten diese nicht in das Abrechnungssystem zur Pensionszahlung übernommen werden. Demzufolge gab es auch keine Bezüge.

Ich existiere also nicht mehr?

Die Bearbeiterin hat mir lediglich zugesichert, dass meine Daten, die ihr derzeit vorliegen, manuell in das System eingepflegt werden können, so dass ich dann eventuell mit einer Abschlagszahlung rechnen kann.

Ist das die Wertschätzung des Dienstherrn nach über 40 Dienstjahren? 

Sieht so die Fürsorge des Dienstherren nach dem Eintritt in den Ruhestand aus? Anscheinens steht nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt, sondern lediglich eine Nummer, die beliebig im System gelöscht werden kann, frei nach dem Motto: „Aus den Augen , aus dem Sinn !“ Ich muss meine Rechnungen und laufenden Kosten, auch als Pensionär, begleichen. Da hilft auch kein Hinweis, dass ich nicht mehr existiere und im System gelöscht bin. Muss ich erst die Gerichtsbarkeit bemühen, damit die Behörde ihrer Verpflichtung nachkommt? Soll ich jetzt Hartz IV beantragen?

Ich hoffe bloß, dass die zukünftigen Pensionäre von solchen Kapriolen verschont bleiben und es ein Einzelfall bleibt, dennoch bin ich maßlos enttäuscht. An ein ruhiges Pensionärsleben ist nun zunächst nicht zu denken.

Abschließend bleibt mir nur noch anzumerken: “ Vielen Dank mein lieber Dienstherr, dass du dich so rührend um mich kümmerst!

Ein Pensionär*

(*Name ist dem Verfasser bekannt )


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